Energie von oben

Eine Ode an die Fahrleitung der Eisenbahn.
Gedanken zu Ressourcen die in unserem Wohnraum Erde verfügbar sind.
Gedanken zur menschlichen Intelligenz die diese Ressourcen erforscht und weise nutzbar macht

Die SBB Publikation „Die SBB in Zahlen und Fakten“ beeindruckt mich mit den folgenden Zahlen:
Auf dem gut 3’000 km langen Streckennetz leisten 335 Strecken-Lokomotiven jeden Tag die Arbeit für 50 Mio. Personen-km. Dafür konsumieren sie täglich 6’600 MWh Strom.

img_3968Ich stehe staunend am Geleise und bewundere die Technik. Unsere Erde verfügt über nur gerade 118 Chemische Elemente wie Aluminium, Eisen, Kupfer, Sauerstoff, Wasserstoff, Zinn. Jeder Zug den ich vorbeibrausen sehe ist eine Zusammenstellung aus dieser Selektion. Vielleicht das Wichtigste ist Eisen, jedenfalls gab es der Eisenbahn den Namen und ihre ‚Strasse‘ ist der eiserne Schienenstrang.

Die unterschiedlichen Eigenschaften der wenigen Elemente ermöglicht vielfältige Funktionen. Nur gerade drei Elemente sind magnetisierbar (Eisen, Kobalt und Nickel), was den Bau eines Motors ermöglicht. Und ja, es ist magnetische Kraft, die die Züge schiebt und bewegt. Kupfer leitet elektrischen Strom hervorragend mit sehr wenig Verlust. Silizium ermöglicht das Schalten und Dosieren von Strom. Aus Siliziumdioxid besteht aber auch Glas, das warme Abteile bei gleichzeitiger Sicht möglich macht.

Als gelernter Elektriker bestaune ich die Fahrleitung. Ich vergleiche sie mit einem Seil, das sämtliche Züge durch die Schweiz zieht. Ich staune und frage: Wie nur kann es sein, dass dieser ‚Faden‘ (12mm Durchmesser) über dem ganzen Schienennetz die ganze Schweiz bewegt? Jeden Zug, jeden Passagier und all die Güter.

Die Technologie, das Zusammenspiel der auf unserer Erde verfügbaren Materialien, das Ausnützen und geschickte Einsetzen der Eigenschaften jedes einzelnen Elementes, ausgedacht, ausgeklügelt, ausgetestet und berechnet durch ein Heer von intelligenten Menschen, das Alles macht es möglich dass wir bei jedem Wetter in eine Bahn einsteigen und bequem und gemütlich reisen können.

Schlussendlich ist es ein kleines ‚Seil‘ mit 12cm Durchmesser, welches alle Züge, so schwer beladen sie auch sind, mit grosser Geschwindigkeit durch unser hügeliges Land zieht. Wie habe ich es bestaunt und bewundert, dieses ‚Seil‘. Es wurde mein Traum so ein Stück Fahrleitung mal in meinen eigenen Händen zu halten. Deshalb fasste ich mir eines Tages ein Herz, ging in eine technische Werkstatt und fragte den Leiter ob es möglich sei, ein kleines Stück dieses genialen Energietransporters zu erhalten. Er sagte zu, schnitt ein kleines Stück von einer Rolle und schenkte mir dieses wertvolle Stück reines Kupfer, und eine Menge interessanter Informationen und Daten dazu. Herzlichen Dank.

(Mein 40cm langes Stück Fahrleitungsdraht ist übrigens gefühlt stahlhart und weder mit meiner Kraft noch meinem Gewicht biegbar. Es fühlt sich an wie eine Eisenstange).

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