Mein Leben, eine wunderbare Reise

Eine lebensverändernde Begegnung führte mich aus Furcht in eine ungeahnte Freiheit. Dabei habe ich erfahren, dass Glaube wenig mit Religiosität zu tun hat, vielmehr mit einer wertvollen persönlichen Beziehung.

Für viele Menschen ist Glaube einfach Religion – förmliches Handeln nach vorgegebenen Regeln. Ich erlebe dies anders: Auch, wenn es Berührungspunkte gibt zwischen persönlichem Glauben und Religion, es ist definitiv nicht dasselbe und im Kern der Sache völlig unabhängig. Das eigene Erleben, meine Erfahrung will ich hier teilen.

Geburtsort und Kindheit

Auf einem abgelegenen Bauernhof am Waldrand in einem sehr kleinen Dorf wurde ich geboren. Zusammen mit sieben Geschwistern wuchs ich auf, unter einem Dach mit Grosseltern, Eltern, Onkeln und Tanten. Die ganze Sippschaft lebte in einem Grundvertrauen an einen grossen Schöpfergott , was uns Kindern natürlich nicht verborgen blieb.

Der Alltag war hart. Mit zwei Pferden und einigen Wagen wurden die Felder bebaut, geerntet, gemolken, in die Käserei gefahren. Auch wir Kinder mussten anpacken. Überfordert wurden wir dabei nicht. Die Eltern gewährten uns Freiraum, Onkel und Tanten verwöhnten uns.

An Sonntagen wurde nicht gearbeitet (ausser Versorgung der Tiere), Verwandte kamen zu Besuch und wir erlebten die schönsten Nachmittage bei Spiel und Spass. An langen Winterabenden spielten wir alle möglichen Rate-, Karten- und Brettspiele.

Die Schule wurde gefördert, unsere Interessen wurden gefördert. Wir alle konnten eine Wunschausbildung machen und den Weg in unsere Selbständigkeit einschlagen. Da die ganze Sippschaft  zu einer (weltweit tätigen) Freikirche gehörte war es normal, am Sonntagmorgen in die Sonntagsschule, und später in den Gottesdienst zu gehen. Lustig fand ich das damals eher nicht, und doch bekam ich viele Biblische Grundlagen mit, die mein Leben stark prägten.

Australien

Am Tag nach meinem 21. Geburtstag startete ich das Abenteuer Australien. Damals warb Australien um Migranten und förderte die Migration mit vielen Mitteln. Die Reise dahin war mein erster Flug, mein erstes Mal weg von zuhause und eigentlich in Allem ein Neuanfang den ich voller Tatendrang und Begeisterung in Angriff nahm.

Naiv, unvorbereitet, ohne Sprachkenntnis zog ich los (zusammen mit einem Arbeitskollegen). So kam es wie Alle, ausser ich, erwartet hatten – nach der grossen Begeisterung kam das grosse schwarze Loch. Da sass ich träumerisches Landei nun, in einer riesengrossen Stadt, die einzige Verbindung zur Vergangenheit ein Arbeitskollege mit dem ich damals nicht so wirklich nah verbunden war. Selbst telefonische Verbindung nach Hause war mir damals nicht möglich.

Psychischer Absturz

Da ich kein Englisch sprach, fühlte ich mich nach wenigen Tagen so richtig isoliert, abgeschnitten, entwurzelt, ausgesetzt. Ich der kleine gross-schnäuzige Landjunge – einsam und allein in der grossen fremden Stadt.

IMG_5083Ein schwarzer Schleier legte sich über mich. Ich kriegte Angst, panische Angst, dunkelschwarze Angst. Mit René konnte ich darüber nicht reden, er war mir zu wenig nah. Ich kriegte Todesfurcht, Panik-Attacken. Ich hatte Angst ins Bett zu gehen, denn dort ging’s los: Oft fühlte ich, wie sich ein eiskalter Schauer über mich legte, zuerst auf die Kopfhaut und dann langsam durch den Kopf, den Körper hinunter. Ich war entsetzt und voll Panik. Ich dachte, dass ich jetzt sterben würde. Sterben – allein – weg von meiner Familie in dieser wildfremden Stadt. Ein furchtbarer Gedanke! Der Schauer war schrecklich, doch als er durch die Brust wandernd an der Herzgegend vorbei war atmete ich erleichtert auf, davongekommen – bis zum nächsten Mal.

Aus alter Gewohnheit suchte ich dieselbe Freikirche, die ich aus der Schweiz schon kannte. Die langsam gesprochenen Predigten über mir bekannte Themen halfen mir zwar Englisch zu lernen, gleichzeitig kam ich mir komischerweise dabei wie ein Lügner vor. Ich hoffte, dass mich niemand ansprechen würde weil ich dann ertappt wäre eine Predigt zu besuchen, obwohl ich nicht verstehe.

Natürlich betete ich, schrie zu Gott, bat um Vergebung, tat Busse, suchte Antworten – und litt weiter – bis zu jenem wunderbaren 12.August der mir Befreiung brachte. Die Begegnung die ich damals machte lässt mich noch heute respektvoll erschaudern:

Gibt es Engel in menschlicher Gestalt?

Am Sonntagabend (10.8.) besuchte ich den Gottesdienst. Eine gewöhnliche Predigt von einem sympathischen jungen Pfarrer. Viel verstanden hatte ich nicht, aber die Wärme in der Stimme von Don Evans tat mir gut, am Schluss wechselten wir ein paar Worte und ich fand mich plötzlich angenommen und nicht mehr schuldig Verstehen geheuchelt zu haben. Danach marschierte ich einigermassen glücklich und entspannt nach Hause. Im Stillen betete ich um Antworten und um Befreiung von meiner panischen Todesangst: „Gott, was muss ich tun um gerettet zu werden? Wenn ich sterbe, was geschieht dann mit mir?“ So lief ich bis vor unsere Haustüre.

Dort angekommen kehrte ich um und lief zurück. Weshalb – ich weiss es nicht, damals nicht und heute nicht. Aber ich lief ein Stück zurück – und bog rechts ab, ins Vergnügungsviertel King Cross. Ich lief ganz in mich gekehrt, immer in Gedanken versunken und nach dem Sinn des Lebens suchend – und nach dem Grund meiner bodenlosen Angst. Mit der ernüchternden Erkenntnis, dass mich mein bisheriger Glaube nicht wirklich trägt.

In diesem Zustand also wandelte ich durch die Strasse. Dort, ein Bücherstand auf dem Trottoir. Ich ging darauf zu und blätterte abwesend in einem Buch. Der Mann hinter dem Tisch sprach mich an. Ich aber hatte keine Lust auf ein Gespräch und so antwortete ich ihm kalt, abweisend und auf Schweizerdeutsch mit einem knappem „verstoh ke Wort“. Was dann geschah lässt mich noch heute erstarren: Der Mann schaute mir ruhig und liebevoll in die Augen, zeigte mit seinem Zeigefinger auf mich und sagte, jedes Wort markant betonend auf Deutsch: „Ich weiss, dass der Herr dich heute hierhergeführt hat“. Ich erstarrte, meine Nackenhaare stellten sich auf und ich sah mit meinem inneren Auge, wie ich mich vor einer halben Stunde umgedreht hatte und ziellos, und dennoch direkt auf diesen Buchstand zugelaufen war, und ich spürte tief in mir: der Mann hat recht.

Wir führten ein Gespräch, ich öffnete mich, er erklärte Glaubensgrundlagen und schenkte mir schliesslich ein Buch von Billy Graham und ein kleines Losungsheftchen mit Bibelvers für jeden Tag. Das Büchlein steckte ich in meine Hosentasche. Das Gespräch selbst war nett, brachte mich jedoch letztlich nicht weiter. Immerhin war mein innerer Druck weg und ich ging mit neuer Leichtigkeit nach Hause. Den Mann und den Bücherstand hatte ich weder vorher noch nachher je wieder  gesehen.

Entscheidende Begegnung

Mein entscheidender Tag kam zwei Tag später, am Dienstag, 12.Aug. 69. Wie jeden Tag lief ich zu Fuss den halbstündigen Weg zum Arbeitsplatz. Wie üblich flehte und betete ich dabei zu Gott um Antworten auf meine Lebensfrage: „was ist das Ziel meines Lebens? Was wenn ich jetzt sterbe? Was geschieht mit mir? Würde mich Gott annehmen in meinem Zustand? Während ich so betend lief geschah etwas Seltsames: Ohne ersichtlichen Grund erfasste mich Gottes Nähe. Ein Bibelvers den ich vom Unterricht her kannte tauchte in meinen Gedanken auf „Suchet, so werdet ihr finden, bittet so wird euch gegeben“. Den Vers hatte ich auswendig gekannt, ich hatte oft darüber nachgedacht doch jetzt war es anders, nicht ich rief den Vers an, sondern der Vers sprach zu mir und lud mich ein. Der Eindruck war so real, als würde Gott neben mir herlaufen und würde zu mir sagen: „Hey, was willst du denn wissen? Frag doch einfach!“. Bei dieser Aufforderung überfuhr mich eine unbeschreibliche Freude und ich wusste ohne jeden Zweifel, jetzt ist der Moment. Jetzt wird mein Fragen beantwortet und meine Zweifel beendet.

So fragte ich denn diesen so real neben mir gehenden Gott: „Bin ich bei Dir angenommen? Und was passiert mit mir wenn ich jetzt sterbe?“. Während ich dies (in Gedanken) aussprach griff meine Hand in die Hosentasche und öffnete das Büchlein, das ich zwei Tage vorher erhalten hatte und ich las den Vers zum aktuellen Tag (12.8.69). Da stand in grossen Lettern:

„Fürchte dich nicht!
  Ich habe dich erlöst,
  Ich habe dich bei deinem Namen gerufen
  Du bist mein“

Ich stand da, lief (oder flog), gebadet im Glück. Kein Funke Zweifel in mir, alles real spürbar, pure Freude, Dankbarkeit, Sicherheit, Festigkeit. Gott hatte mir meine ganz konkrete Lebensfrage ganz real beantwortet. Und alle konnten die Veränderung an mir sehen und erkennen. (Der Satz ist übrigens ein Bibelvers aus Jesaja 43. Er wird dort eingeleitet mit „Jetzt sagt der Herr, der dich erschaffen hat“).

Ja und danach? Ich hatte mal gehört von Menschen, die eine Nahtoderfahrung gemacht hatten, dass ihr Erleben nicht nachgeprüft, oder bewiesen werden kann, dass jedoch bei diesen Menschen eine nachhaltige Veränderung beobachtet werden kann. Ich selber hatte keine Nahtoderfahrung, aber eine ganz real gespürte Gotteserfahrung mit der Beantwortung meiner Lebensfrage.

Und das hat sich bei mir nachhaltig verändert: Meine Todesangst ging und blieb weg. Mein Leben erhielt eine Festigkeit, eine Sicherheit und inneren Halt. Mein Glaube wurde zur festen Realität und zur Grundlage meines Lebens.

Ein neues Leben

Vieles änderte sich, ich wurde fröhlich, war interessiert an Gott und der Bibel. Ohne irgendwelchen Druck las ich mich mit grosser Freude durch die Bibel. Es machte Spass, darin zu lesen, auf Gott zu Hören und mit ihm zu reden. Immer mal wieder fand ich Antworten auf konkrete Lebensfragen. Ich fand Freunde, schloss mich dem «International Club» (einer kirchlichen Jugendgruppe) an, fand Anschluss bei einer Familie, fand viele gute Freunde und erlebte eine unglaublich schöne und unbeschwerte Zeit. Ich war definitiv angekommen, ein echter Sydneysider mit vielen stets wunderbaren Freunden. Eine unfassbare Veränderung!

Angenommen?

Wurde ich dadurch ein besserer Mensch? Nein, hätte ich das sollen? Nein. Gibt’s weiterhin Situationsängste? Ja. Gibt es Fragen – und Zweifel? Ja, und Ja. Bin ich nun religiös? In Deinem Verständnis vielleicht schon, in meinem Nein. Religion, auch die Christliche ist mir unwichtig (was nicht heisst, dass ich deren Sinn nicht achte), Traditionen und Riten sind mir nicht wichtig. Wichtig ist mir die Beziehung, die Freundschaft zu Gott und nicht Form oder Dogmen und schon gar nicht Gesetzlichkeit (ähnlich mit Liebe und Ehe). Zwar besuche ich treu die Gottesdienste meiner Heimatgemeinde (der alten Freikirche), habe aber keine Berührungsängste mit andern Frei- und Landeskirchen.

Mit der ref. Landeskirche feiern wir regelmässig gemeinsame Gottesdienste. Im Rahmen meines sozialen Engagements (Wegbegleitung) bin ich mit dem Katholischen Pfarrer unterwegs, und besuche gelegentlich seine Gottesdienste – die mir in Vielem fremd, aber nicht befremdlich sind. Auf Reisen in allen Kontinenten besuche ich Gottesdienste beliebiger Couleur, kleine Gemeinden und auch mal eine Mega-Kirche. Ich finde die kulturellen Unterschiede, aber auch die Übereinstimmung im Kern jedes Mal beeindruckend und bereichernd.

Veränderung

Nun ist es bald 50 Jahre her seit dieser lebensverändernden Begegnung damals in Sydney. Seither hatte ich Hochs und Tiefs, auch Ängste und Zweifel. Dennoch, in all den Jahren hat mich ein grundsätzlicher Glaube – das damals erhaltene persönliche Versprechen – durchgetragen, mir Sicherheit gegeben, mich verwurzelt in dieser tiefen Beziehung zu einem grossen Gott der weiss wo’s lang geht, der Allem seinen Sinn gegeben hat. Der mir persönlich gesagt hat „Fürchte Dich nicht, ich habe Dich erlöst, ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen, Du bist mein„.

Letzten Sonntag feierte meine katholische Schwägerin einen runden Geburtstag. Ich besuchte am Sonntag zuerst ihren Gottesdienst und staunte – der Pfarrer erinnerte mich an mein Erlebnis, allerdings mit neutestamentlichen Worten. Er sprach vom Zuspruch Gottes an Jesus (du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Freude). Er sprach uns Zuhörern zu, dass das auch für uns gelte und er schlug vor diesen Vers an den Spiegel zu schreiben und uns immer wieder daran zu erinnern: «du bist mein lieber Sohn».

In einer Zeitung sah ich mal das Bild von Pipa Middleton, die Bildunterschrift «Access Privilege to Buckingham Palace». Ich sehe darin ein schönes Gleichnis: Wenn Pipa am Königspalast auftaucht, dann werden die Tore für sie geöffnet, sie hat Zugang dank ihrer persönlichen Beziehung zu Kate, der Herzogin von Cambridge. Dieses Bild male ich mir immer wieder vor Augen und bin dankbar für meine Zugangs Privilegien zum Himmlischen Königshof. Dort gehe ich ein und aus, rede mit dem Gott der Himmel und Erde geschaffen hat, erlebe auch gelegentlich mal ein Wunder.

Zukunft

Vor meinen inneren Augen habe ich eine neue Lebens-Dimension und damit eine Freiheit erhalten, ein Leben das nicht endet nach 100 Jahren «…er wird Leben, selbst wenn er stirbt» sagte Jesus seinen Jüngern. So «wissenschaftlich unmöglich» Auferstehung auch ist – ich sehe vor mir die Raupe die als Schmetterling in eine neue Lebensdimension ersteht – und ich sehe die Eizelle, die in 9 Monaten zum Baby und in 20 Jahren zum erwachsenen Menschen wird. Wachstum, Knochen inklusive. Ich sehe das Weizenkorn in der Erde, das zur Ähre wird. Ich sehe die vergrabene Kartoffel, die nach wenigen Wochen in vielfachem Volumen so ‘lebendig aufersteht’ und ausgegraben wird. Ich sehe Millionen Wunder der Natur die mir dieses Eine klarmachen: es gibt eine riesengrosse Dimension weit über mein Verstehen hinaus. So ist auch meine Zukunftserwartung in der Bibel treffend beschrieben (Jes.35:8-10, hier gekürzt): «Eine Strasse wird es dort geben …sie ist für Gottes Volk bestimmt. Kein Löwe liegt am Wegrand auf der Lauer, auch andere Raubtiere gibt es dort nicht. … alle, die der Herr befreit hat werden jubelnd …zurückkehren. Dann sind Trauer und Sorge für immer vorbei, Glück und Frieden halten Einzug, und die Freude hört niemals auf»

Mit diesem Glauben stehe ich natürlich nicht allein, es ist eine Grundlage aller christlichen Kirchen weltweit mit Millionen von Glaubenden. Kürzlich hat mir eine liebe Freundin gesagt: «ich weiss, dass der, der versprochen hat mein Leben zu führen mich am Ende, ganz am Ende nach Hause führen wird».

Nachdenken

Vor einigen Jahren setzten sich Texte eines Hörspiels in meinem Kopf fest. Das Hörspiel hiess «Katharinenspital Zimmer 144». In einem Dialog macht sich dort ein Arzt aus wissenschaftlicher Sicht Gedanken zum Tod (und zur Auferstehung) und doziert (aus meiner Erinnerung): «Wenn es ein Leben gibt nach dem Tod, wenn nur die geringste Hoffnung darauf besteht, dann müssen wir uns vorsehen, dann müssen wir alles daran setzen…».

Dieser Überzeugung bin ich auch, sogar aus wissenschaftlicher Sicht macht dies Sinn, denn die Wissenschaft versteht sich nicht als abgeschlossen, sie sammelt Fakten, stellt Thesen (Behauptungen) auf mit dem Ziel, dass Andere daran arbeiten, weiterdenken, die These mit wissenschaftlichen Kriterien stützen oder widerlegen. Viele Wissenschaftler sind offen und akzeptieren einen Gott der über Allem, auch über wissenschaftlich Einordnungsbarem steht.

Mein persönlicher Glaube ist eine tiefe innere Beziehung, er ist Dankbarkeit gegenüber meinem Schöpfer und Erlöser. Er ist Freude und Hoffnung trotz und über jedem Problem. Mein Glaube ist nicht Religion im Sinne von vorgeschriebener, strukturierter Frömmigkeit, er ist entspanntes und ganz normales Leben in der Gewissheit, dass Gott mich am Ende, ganz am Ende nach Hause führen wird.

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Experiment Monday – mon Day

‚Passagiere‘ auf der Lebensreise kennenlernen. Warum? Einfach so, zur Geselligkeit, zum Kennenlernen, zum Anteil nehmen, zum Plausch

Seit einigen Monaten fahre ich das Experiment mon Day. Da meine Frau montags jeweils auswärts arbeitete und ich einen unverplanten Tag hatte rief ich für Montag über Twitter auf zu einer Begegnung – zu irgendwas in irgendwo. Dass das bestens funktionierte, wusste ich erst nach dem Probieren. So traf ich in den letzten etwa 3 Monaten jeden Montag eine Person, oftmals eine, die ich nie zuvor gesehen hatte, zu Kaffee, Hundemarch, gemeinsamem Lunch, einfach zu einer offenen Begegnung.

Natürlich war ich jedes Mal etwas kribbelig und fragte mich ob und wie das klappen würde. Meine Sorge war umsonst, oftmals redeten wir, als wenn wir alte Freunde wären.

Dass sich wesentlich mehr Frauen als Männer meldeten überraschte mich. Dass es schlichte Begegnungen waren ohne irgendwelche Hintergedanken, das hatte ich erwartet – und es klappte so auch Bestens.

Neben einfachen Lunch- oder Kaffehöcks in Tearooms wurde ich auch zweimal zuhause eingeladen, so nahm mich Markus mit nach Hause und stellte mir seine Frau und seine Kinder vor.

Am Meisten überraschte mich Michèle mit der Einladung auf Twitter „Ich könnte zuhause für Dich kochen“. Ich hatte sie zuvor einmal, am Zybelimärt in Bern ganz kurz getroffen, wirklich gekannt hatte ich sie nicht. Ich bewundere jedoch ihren Mut sehr, sich auf dieses ‚Experiment‘ einzulassen. Lustig war allerdings, als ich vor ihrem verschlossenen Hauseingang mit glaub’s acht Klingelknöpfen stand und keine Ahnung hatte, auf welchen ich nun drücken sollte. Ich kannte ja nur ihren Twitternamen. Aber – auch diese Hürde wurde genommen und ich wurde kulinarisch fein bekocht und wir assen gemeinsam auf dem grossen sonnigen Balkon. Danke Michèle, Du hast mich sehr beeindruckt, das Essen und das Gespräch in den ersten wärmenden Sonnenstrahlen war fein und sehr gemütlich, einfach wunderbar.

Twitter und Pensioniert passen wunderbar zusammen. Meine produktive Zeit, die Zeit der Arbeit, die Zeit des Säens und Wartens ist vorbei. Jetzt möchte ich die Früchte meiner aktiven Zeit geniessen. So nehme ich mir bewusst Zeit fürs ‚Sein‘. Gerne teile ich von diesen Früchten, Lebensfreude, Lebensmut, Dankbarkeit, Vertrauen, Ruhe, Gelassenheit. Wo möglich auch konkrete und praktische Hilfe.

Für mich hat Twitter mit diesem Experiment einen weiteren Beweis erbracht wie wunderbar die Twitter Gemeinschaft ist und wie lebensnah dieser Medienkanal funktioniert. Ganz herzlichen Dank an Euch Alle.

Die grossartige SBB

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Quelle Pixabay, Andi Graf

Ein Jahr lang hatte ich Gelehenheit als SBBServiceScout den SBB über die Schulter zu schauen. Ein cooles Jahr für mich. Bin beeindruckt von der Serviceleistung von SBB

Während einem Jahr hatte ich den Auftrag Bahn zu fahren, die SBB zu beobachten und meine Beobachtungen unvoreingenommen zu twittern oder zu bloggen. Dieses aktive Hinschauen zeigte mir die SBB in neuem Licht. Zu meinem grossen Erstaunen fand ich keine wirklichen Mängel, nichts das fundamental zu beanstanden wäre. Der Fahrbetrieb, das Kerngeschäft der SBB läuft einwandfrei.

Technik
Komplexe Technik, ein riesiges Schienennetz, Weichen die mit wenig Zentimeterabstand bestimmen wohin der Zug fährt. Mit 200 km/h sich kreuzende Züge. Wenn diese Technik versagt, dann kommt das Leitsystem und verhindert Unfälle: Technik
Aber auch das Zusammenstellen der Zugskompositionen, die Zugsbegleiter und Lokführer, das Leitsystem und dessen Personal zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Es ist ein riesen Netzwerg.

 

Pünktlichkeit
Die zeitliche Fahrdichte und die Pünktlichkeit der SBB sind legendär. Schön dass die SBB Uhr zur Kult-Uhr wurde. Sie symbolisiert souverän die Zeit im Mittelpunkt des Bahnverkehrs. Dank Taktfahrplan kenne ich alle Abfahrtszeiten auf bekannten Strecken. Sehr viele Verbindungen fahren mehrfach stündlich, sodass ich jederzeit nach Bern fahren kann ohne die Reise zuvor zu planen. Warten muss ich nirgends lange.

Personal
Das ganze Jahr über fand ich stets und überall freundliches und kompetentes Personal, Menschen die sich leidenschaftlich hingeben für diese Bahn. Menschen, die sich der Kunden annehmen, hinhören, hilfsbereit sind und so wirklich dem Reisenden dienen. In einem Fall beobachtete ich einen Zugbegleiter der kurz vor Bahnhofeinfahrt einen im Rollstuhl sitzenden Mann informierte, dass seine Aussteigehilfe bereitstünde – und wirklich, exakt da wo unser Wagen hielt stand dann auch ein Hebelift mit Fahrer bereit und erwartete den Mann im Rollstuhl.
Personal
Am grössten Schulreisetag aller Zeiten fuhr ich mit einer Klasse mit und staunte, wie SBB überall hilfsbereites Personal aufgeboten hatte, damit alles reibungslos verlief. Kompliment an das Personal.

Sauberkeit
Natürlich liegen haufenweise Zeitungen auf den Sitzen, nachdem Passagiere ausgestiegen Sauberkeitsind. Dass dann jedoch blitzschnell der Putzdienst da ist, Abfalleimer leert, Zeitschriften entfernt und allenfalls kurz was putzt, das ist echt vorbildlich. Bemängeln kann ich höchstens den gelegentlichen Duft eines leicht säuerlich riechenden Putzmittels. Vielleicht könnt Ihr Euch da mal etwas besser Riechendes anschaffen. Auch die Bahnhöfe sind sauber, alle paar Meter eine ‚Batterie‘ von fünf zweckgetrennten Abfalleimern (Raucher-Entsorgung mitgezählt). Danke SBB, es ist schön, in solchen Zügen reisen zu dürfen.

Verbindungen und Preise
Die Strecke Bern-Zürich ist in 56 Minuten zu machen – zu einem Preis von 102 Fr. (ohne HT) für die zweite Klasse. Mit dem Auto wären die 123 km (Google-Maps) in 1.5h zu machen zu einem Preis (TCS-Vorschlag 0.70Fr) von 87 Fr. Mit Parkieren wäre Bahn und Auto für 1 Person also gleich teuer. Da wo zwei, oder gar vier Personen zusammen unterwegs sind wird das Auto im Vergleich schnell günstiger. Wenn ich mit ausländischen Gästen (die kein HT haben) unterwegs bin, wird das Auto schnell mal zum Muss. Ich weiss, dazu liesse sich jetzt viel argumentieren über Komfort, Stress, Vergünstigungen, etc. etc. darum geht’s mir hier nicht, ich nehm’s einfach als banalen Vergleich.

Billetautomaten
Wer häufig reist, kann sie benutzen, ein Gelegenheitsfahrer kommt in der Regel ohne Hilfe damit nicht klar. Das hat mit fehlender Streckenkenntnis (Zürich via Heitersberg, Zofingen-Bern via Olten – obwohl Direktverbindung) und auch mit dem komplexen Zonensystem und der Billetvielfalt zu tun, aber auch mit inkonsequenter Bedienerführung (Automat führt Schritt für Schritt, de letzte und Wichtigste „jetzt bezahlen“ kommt jedoch nicht. Ich jedenfalls dachte mal, das Ding sei kaputt. Natürlich werden die SBB kaum noch viel investieren wollen (mit Handy geht es besser). Immerhin hat die SBB an vielen Bahnhöfen recht oft Bedienungspersonal hingestellt, die freundlich, schnell, kompetent weiterhelfen.

Swisspass
SwisspassDer Swisspass ist nun mal da – und er hat Zukunft. Persönlich hatte ich mich sehr gefreut, mit einem GA ausgestattet worden zu sein. So war es ein sehr sehr gutes Gefühl, in jedes öffentliche Gefährt einsteigen zu können ohne mich mit dem Lösen von Billet im komplizierten Zonendschungel auseinandersetzen zu müssen. Beim Klassenwechsel war ich jedoch sehr enttäuscht zu sehen, dass dieser Swisspass nicht fähig ist diese Erweiterung  aufzunehmen. Auch 2.Klass strornieren und durch 1.Klass ersetzen geht nicht. So bin ich nun mit fünf Billets unterwegs, Swisspass, zudem auf Papier: Klassenwechsel und zwei Enkelkarten und eine Kindermitfahrkarte. Ich finde dies sehr enttäuschend – und bei den Kontrollen mühsam, umso mehr SBB aggressiv wirbt, dass auch andere Betriebe (Skilifts) auf dieselbe Karte geladen werden könnte. Mein Versuch mir Skilift scheiterte ebenfalls. An der Kasse wurde mir abgeraten den Swisspass zu laden (er könnte kaputt gehen. Später erfuhr ich, dass die Bergbahnen Kommission an SBB zahlen müssen). Zudem erschwert es die Arbeit der Kontrolleure weil sie aus Datenschutzgründen die Personaldaten nicht abrufen könnten. So muss also auch beim Skilift neben dem Swisspass eine Papierquittung mitgeführt werden. Bei SBB selbst scheiterten alle meine Versuche, das anzusprechen. Egal auf welchem Kanal ich probierte, es kam keine Antwort zurück. Ein Zugbegleiter bestätigte meinen Verdacht, dass SBB ein Kommunikationsverbot über Swisspass verhängt hatte. Überprüfen kann ich dies nicht, aber meine Indizien deuten darauf hin.

Railservice
Ein ganz besonderes Kompliment geht an Railservice. Diese Dienstleistung ist 1A+++ Hier hat SBB ein ganz besonderes Team, so reist quasi eine Zugbegleiterin jederzeit mit. Ein Tweet an @Railservice und 15 Minuten später steht da eine kompetente und wohlformulierte Antwort zu allen Fragen zum aktuellen Bahnverkehr. Hätte ich Medaillen zu vergeben, meine Goldmedaille ginge an diesen wunderbaren, freundlichen, kompetenten Dienst. Railservice, Du bist der Beste!

Freizeitreisen
FreizeitDass die Schweiz ein ÖV System hat, das nicht bloss den Berufsverkehr transportiert, sondern gleichzeitig selbst eine Attraktion ist mit seinen Bergen, Viadukten, Tunneln, das ist einfach genial. SBB, so gesehen seid Ihr die Besten. Das Fahren mit Euch ist ein grosses Vergnügen.


Danke
Ganz herzlichen Dank liebe SBB, dass ich Euch ein Jahr lang über die Schultern blicken konnte. Ihr habt Türen geöffnet, in alle Züge, auf alle Strecken, an Events und Pressekonferenzen, Führungen und Apéros. Dabei wurden wir nie zensuriert. Immer wieder habt Ihr betont, dass wir #SBBSERVICESCOUTS frei seinen, beobachten und kritisieren können nach unserem Ermessen. Ich war erstaunt, dass ich kaum etwas zum ernsthaft bemängeln fand. Ihr seid grossartig unterwegs.

Besondern Dank an Sarah Stiefel, die uns begleitete und immer ein offenes Ohr für uns gehabt hat. Speziellen Dank aber auch an den so mutigen und innovativen CEO Andreas Meyer, den ich auch persönlich kennenlernen konnte. Der CEO der keine Berührungsängste kennt Neues zu probieren und sogar zehn fremden Scouts Tür und Tor öffnet zum Hinschauen und auf Schwachstellen hinzuweisen. Das ist wahre Grösse, lieber Andreas Meyer.

Persönlich bedaure ich, dass das Jahr nun vorbei ist, hoffe aber, dass eine Freundschaft bleibt. Ich jedenfalls werde Euch immer schätzen.

Andreas Schweizer

Energie von oben

Eine Ode an die Fahrleitung der Eisenbahn.
Gedanken zu Ressourcen die in unserem Wohnraum Erde verfügbar sind.
Gedanken zur menschlichen Intelligenz die diese Ressourcen erforscht und weise nutzbar macht

Die SBB Publikation „Die SBB in Zahlen und Fakten“ beeindruckt mich mit den folgenden Zahlen:
Auf dem gut 3’000 km langen Streckennetz leisten 335 Strecken-Lokomotiven jeden Tag die Arbeit für 50 Mio. Personen-km. Dafür konsumieren sie täglich 6’600 MWh Strom.

img_3968Ich stehe staunend am Geleise und bewundere die Technik. Unsere Erde verfügt über nur gerade 118 Chemische Elemente wie Aluminium, Eisen, Kupfer, Sauerstoff, Wasserstoff, Zinn. Jeder Zug den ich vorbeibrausen sehe ist eine Zusammenstellung aus dieser Selektion. Vielleicht das Wichtigste ist Eisen, jedenfalls gab es der Eisenbahn den Namen und ihre ‚Strasse‘ ist der eiserne Schienenstrang.

Die unterschiedlichen Eigenschaften der wenigen Elemente ermöglicht vielfältige Funktionen. Nur gerade drei Elemente sind magnetisierbar (Eisen, Kobalt und Nickel), was den Bau eines Motors ermöglicht. Und ja, es ist magnetische Kraft, die die Züge schiebt und bewegt. Kupfer leitet elektrischen Strom hervorragend mit sehr wenig Verlust. Silizium ermöglicht das Schalten und Dosieren von Strom. Aus Siliziumdioxid besteht aber auch Glas, das warme Abteile bei gleichzeitiger Sicht möglich macht.

Als gelernter Elektriker bestaune ich die Fahrleitung. Ich vergleiche sie mit einem Seil, das sämtliche Züge durch die Schweiz zieht. Ich staune und frage: Wie nur kann es sein, dass dieser ‚Faden‘ (12mm Durchmesser) über dem ganzen Schienennetz die ganze Schweiz bewegt? Jeden Zug, jeden Passagier und all die Güter.

Die Technologie, das Zusammenspiel der auf unserer Erde verfügbaren Materialien, das Ausnützen und geschickte Einsetzen der Eigenschaften jedes einzelnen Elementes, ausgedacht, ausgeklügelt, ausgetestet und berechnet durch ein Heer von intelligenten Menschen, das Alles macht es möglich dass wir bei jedem Wetter in eine Bahn einsteigen und bequem und gemütlich reisen können.

Schlussendlich ist es ein kleines ‚Seil‘ mit 12cm Durchmesser, welches alle Züge, so schwer beladen sie auch sind, mit grosser Geschwindigkeit durch unser hügeliges Land zieht. Wie habe ich es bestaunt und bewundert, dieses ‚Seil‘. Es wurde mein Traum so ein Stück Fahrleitung mal in meinen eigenen Händen zu halten. Deshalb fasste ich mir eines Tages ein Herz, ging in eine technische Werkstatt und fragte den Leiter ob es möglich sei, ein kleines Stück dieses genialen Energietransporters zu erhalten. Er sagte zu, schnitt ein kleines Stück von einer Rolle und schenkte mir dieses wertvolle Stück reines Kupfer, und eine Menge interessanter Informationen und Daten dazu. Herzlichen Dank.

(Mein 40cm langes Stück Fahrleitungsdraht ist übrigens gefühlt stahlhart und weder mit meiner Kraft noch meinem Gewicht biegbar. Es fühlt sich an wie eine Eisenstange).

Besuch im SBB Contact Center in Brig

SBB tut weit mehr, als den Bahn-Betrieb technisch zu gewährleisten.

Das fiel mir im Sommer am grossen Schulreisetag auf. Damals standen gut markierte MitarbeiterInnen an allen Bahnhöfen und gaben Hilfe beim Umsteigen, eine Unterstützung die von den Lehrpersonen sehr geschätzt wurde. Siehe: https://schweizera.wordpress.com/2016/06/24/von-standard-zur-extraklasse/

Twitter

Dass die SBB auch jederzeit schnell über alle Kommunikationskanäle erreicht werden – und jederzeit kompetente MitarbeiterInnen angesprochen werden können wurde mir bewusst, als ich beim Rumspielen mit der SBB Mobile App ein falsches Billet löste. Via Twitter bat ich @RailService um Hilfe. Noch während der Bahnfahrt wurde mir mein falsch gelöstes Ticket zurückerstattet (mit 10Fr. Selbstbehalt gemäss Regeln) und in zwei weiteren Tweets wurden mir wichtige Fragen beantwortet. Im Vergleich zu manchen Firmen, die kaum je erreichbar sind ist das absolut grossartiger Kundendienst.

Besuchstag

Letzte Woche hatte ich Gelegenheit das SBB Contact Center in Brig zu besuchen und die Gesichter hinter den Tweets kennenzulernen. Die alte Stöpsel-Telefonzentrale beim Empfang zeigt den grossen Kontrast und das weite Spektrum der technischen Entwicklung in den letzten 50 Jahren (als Zivilschutz Zentralist hatte ich solche Zentralen noch bedient. Mit «Verbindung bitte» wurde der Dialog zur Erstellung einer Verbindung eingeleitet).

Im Contact Center werden alle möglichen Kommunikationskanäle betreut. 280 sprachlich und fachlich gerüstete MitarbeiterInnen haben Informationen zu Allem, was auf dem Bahnnetz läuft und helfen Kunden am Telefon, Internet Community, Facebook und Twitter.

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Daniel Kalbermatten vor der MitarbeiterInnen Galerie

Am meisten interessierte mich das Twitter Team. Durch zeitüberschneidende Schichten arbeiten jeweils 2 Personen und warten auf ‘Hilferufe’ via Twitter aus der ganzen Schweiz. Kerstin war selber 3 Jahre als Zugsbegleiterin unterwegs und kennt den Bahnbetrieb in und auswendig. Ganz Twitter-like werden auf diesem Kanal die Kunden geduzt und auch mit einer guten Portion Humor behandelt. Zwei Beispiele dieser Sorte die an diesem Besuchstag spielten: Neckt ein Kunde mit der Frage, weshalb er den Kaugummi nicht ins Schotter spucken dürfe. @RailService antwortet: «Es besteht die Gefahr, falls Du genau auf die Schienen triffst, dass der nächste Zug kleben bleibt 😉 /ks» Einer sendet das Bild eines Grasshüpfers der sich in den Zug verirrt hatte, nennt ihn Philip und fragt ob dieser auch ein Billet braucht. Die Antwort: «Philips Schulterhöhe ist unter 30cm, also muss er kein Ticket lösen 🙂 /vz». Jemand gibt leicht gereizt durch, dass sein Zug chronisch überfüllt sei, die sachlich freundliche Reaktion: «Ich gebe Dein Feedback gerne weiter /se»

Daniel Kalbermatten führte uns freundlich und kompetent durch das Servicecenter. Zum Schluss lud er uns auf die Dachterrasse ein, wo uns ein wunderbares Raclette und erfrischende Getränke serviert wurden. Es war ein herrlich schöner Tag, Sonne draussen und Drinnen – und ich musste mich fast losreissen, um den Zug in die Üsserschwiiz zu besteigen und den Heimweg anzutreten.

Eins aber nahm ich mit auf den Heimweg: Bei #SBB sind stets freundliche und kompetente MitarbeiterInnen erreichbar. Dank Twitter in der Tasche reisen sie so quasi mit mir mit. Bei Fragen und Problemen stehen sie mir bei.
Herzlichen Dank für die Einladung und diesen wunderschönen Tag.

Von Standard- zur Extraklasse

80’000 Schüler in 3’238 Klassen an einem Tag auf Schulreise. Mit zwei Parallelklassen reiste ich mit. #SBBServicescout

Zuerst ging’s mit dem Bus nach Sursee, dort in den Zug Richtung Luzern, Umsteigen nach Arth Goldau – und am Abend in entgegengesetzter Richtung zurück. Fünf Schulklassen waren im Bus, ab Mitte der Busstrecke fuhr ein zusätzlicher Entlastungsbus. Stehend neben dem Fahrer fand ich meinen Platz.

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Unternehmungslustige Schar

Die 4 Lehrpersonen der beiden Klassen die ich begleitete hatten von der SBB ein e-Mail mit konkreten Informationen der ganzen Reise. Zudem hatten sie am Morgen von den SBB ein SMS mit den letzten Informationen erhalten.

 

 

 

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SBB Lotse in Sursee

In Sursee empfing uns ein mit Leuchtweste markierter SBB Mitarbeiter der mithalf dass wir in den richtigen Wagen im richtigen Zug zur richtigen Zeit einstiegen. Vielleicht wurde dieser noch zum Lebensretter, als er im letzten Moment einen älteren Herrn vor einem vorbeibrausenden Zug wegdrückte. Unsere Lehrpersonen schätzten diese vor-Ort Hilfe sehr. Für solche Extrazeiten werden von SBB viele Büromittarbeiter abgezogen und an die operative Front geschickt, damit Alles wie geschmiert läuft.

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Die SBB Lotsendame lief mit uns mit

Die nächste Dienstleistung – zu meiner Überraschung war die Zugdurchsage kurz vor Luzern. Die Stimme wies uns an den Perron Wechsel durch die Unterführung im Sektor D anzusteuern (anstatt via Perron Ende). Auch hier erwartete uns eine freundliche, mit Leuchtweste markierte Helferin und begleitete uns zum neuen Zug und dem reservierten Abteil.

Diese aktive Unterstützung erlebten wir auf der ganzen Reise bis zur sicheren Heimkehr am Abend. Liebe SBB, ich denke, das ist mehr als ihr machen müsstet. Das ist äusserst wertvoller Kundendienst, das ist serviceorientiert arbeiten. Ich bin absolut begeistert. Vielen Dank.

Praxistest „Bistro Order“

Die Zentralbahnen haben ein simples App herausgegeben mit dem Zugreisende Snacks und Getränke aus dem Bistro Wagen an ihren Sitz bestellen können. #SBBServicescout

Am ersten schönen Sommertrag machte ich mich auf den Weg. Die Strecke Luzern-Brünig-Meiringen-Interlaken wählte ich als Teststrecke aus. Sie ist mit ihren 4 Seen (Vierwaldstetter, Sarner, Lungern, Brienzer) landschaftlich wundervoll und die Fahrzeit von knapp 2 Stunden ideal für ein sehr gemütliches Mittagessen.

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Restaurant mit Aussicht

Ich stieg in das Bistro ein, was eigentlich nicht die Idee des App ist aber ich rechnete mir aus, dass ich etwas mehr zu sehen bekäme wenn ich dem Kellner über den Rücken schaue. Und so war es denn auch.

Die erste Überraschung kam beim Bestellen des Essens. Es stellte sich heraus, dass die Auswahl auf dem App kleiner ist als auf der Speisekarte, und das ist auch logisch so, macht es doch keinen Sinn, dass der Kellner mit einem heissen Teller Zürigeschnäzeltes durch die Wagen rennt. Mein Menu bestellte ich also direkt beim Kellner und halt den Wein übers App.

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Die Menu-Auswahl

Fast gleichzeitig mit dem Abschicken meines Warenkorbs läutete das Terminal hinter der Theke wie wild und ich erhielt eine erste Pushmeldung, dass die Bestellung eingegangen sei. Der Kellner liess sich nicht hetzen, nahm in Ruhe die begonnene Bestellung meines Tischnachbarn auf und ging dann ans Terminal. Das Läuten verstummte und ich erhielt eine Meldung, dass meine Bestellung innerhalb von 5 Minuten geliefert würde. Dieses Zeitfenster schöpfte der Kellner jedoch nicht aus, sondern lieferte das Bestellte sofort an meinen Tisch.

 

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Push-Mitteilung

Natürlich befragte ich ihn zu seiner Erfahrung. Zuerst mal war er erstaunt, dass ich aus dem Bistro-Wagen heraus bestellen konnte. Offenbar ist dort eine Einrichtung, die das Bestellen verwehren sollte. Doch das System an sich funktioniere einwandfrei, es sei einfach schwierig für ihn, wenn viele Bestellungen so eingingen und er durch den ganzen Zug liefern müsse. Er sei stets allein als Kellner im Zug. Hier wird sich sicher zeigen, ob sich das für die Bahn lohnen wird.

 

Für Passagiere ist es jedoch genial, Handy raus, App öffnen, Getränke und Essen in den Warenkorb, die Platznummer eintippen und Absenden. Die Ware wird geliefert und kann mit 5 Zahlungsmethoden beglichen werden. Eine Super-Sache, sehr bedienerfreundlich umgesetzt.